1.April 1891: Adolf Wesselhöfft gründet in dem von ihm gemieteten Räumlichkeiten am Winterhuder Weg 68  in Hamburg ein Installations- und Bedachungsgeschäft, das sich durch den unermüdlichen Fleiß und die gründlichen Fachkenntnisse des Inhabers beständig vergrößert.

Adolf Wesselhöfft

1.Januar 1906: Der 28-jährige Willy Rüting tritt dem Unternehmen als Teilhaber bei. Die Firma wird unter dem Namen „Wesselhöfft & Rüting“ handelsrechtlich ins Register eingetragen. Gleichzeitig wird das Grundstück in der Schillerstraße 5 in Hamburg (jetzt Winterhuder Weg 144) gekauft, Werkstellen gebaut und der Betrieb dorthin verlegt. Mit dem Eintritt von Willy Rüting beginnt der Aufstieg des Unternehmens zu einer der angesehensten Hamburgischen Intallations- und Bedachungsfirmen.

Willy Rüting

1906: Nach dem Tod von Adolf Wesselhöfft übernimmt Willy Rüting mit einer für die damaligen Zeit hohen Verpflichtung von 50.000 Mark das Geschäft als Alleininhaber. Der junge Unternehmer verschafft sich das Vertrauen der Lieferanten, ohne je einen Wechsel gezeichnet zu haben, so wie er es seinem Geschäftspartner vor seinem Tod verprochen hatte. Willy Rüting versteht es, die Baukonjunktur vor dem 1. Weltkrieg für das Unternehmen zu nutzen. Durch sein unternehmerische Geschick und Fleiß expandiert die Firma weiter. Werkstätten, Lager und Büroräume werden erweitert.

1914: Mit Beginn des 1. Weltkrieges wird Willy Rüting und auch viele seiner Gesellen zum Kriegsdienst eingezogen. Seine Ehefrau führt in dieser Zeit die Geschäfte mit Umsicht weiter.

1918: Mit neuer Kraft beginnen Willy Rüting und seine Mitarbeiter nach dem Krieg am weiteren Aufbau der Firma.

1920: Mit dem zukunftsweisenden Gedanken von Sanitär- und Elektroinstallationen erweitert Willy Rüting das Unternehmen um eine Elektroabteilung. Damit wird Wesselhöfft & Rüting für die Kunden ein viel interessanter Anbieter. Durch die Zuverlässigkeit erhöht sich zunehmend das Auftragsvolumen bei Neubauten. Damit ist der Grundstein für die ungewöhnliche Verbindung von Sanitär, Elektro und Bedachung gelegt.

1923: Die Inflation bringt der Firma hohe Verluste. Doch mit unternehmerischen Mut, Engagement und Zuversicht übersteht das Unternehmen diese schwierige Zeit.

Werkstellengebäude in der Schillerstraße 5 in Hamburg (heute Winterhuder Weg 144)

Materiallager, 3. Stock, in der Schillerstraße 5 in Hamburg (heute Winterhuder Weg 144)

Untere Werkstelle, 1. Stock, in der Schillerstraße 5 in Hamburg (heute Winterhuder Weg 144)

1939: Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges beginnen für das Geschäftsführerduett nicht abreißende Schwierigkeiten und immer wieder Rückschläge. Die Bautätigkeit kommt am Ende des Jahres zum Erliegen.

1943: Von den Bombenangriffen der Alliierten vom 24. bis 3. August, bei denen etwa 17.000 Flugzeuge rund 101.000 Sprengbomben und 1,6 Mio. Brandbomben auf Hamburg abwerfen, bleibt auch Wesselhöfft & Rüting nicht verschont. In der Nacht vom 29. zum 30. Juli brennen das gesamte Lager, die Kontore und ein Teil der Werkstätten aus. In den folgenden Monaten werden immer mehr Gesellen als letztes Aufgebot zur Wehrmacht eingezogen. Die restlichen Mitarbeiter machen sich voller Elan an den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude. Bereits nach wenigen Monaten kann bei Wesselhöfft & Rüting wieder gearbeitet werden.

16.August 1944: Die Ehefrau des Geschäftsinhabers Willy Rüting verstirbt. Für Willy Rüting ist das ein schwerer Schicksalsschlag, nicht zuletzt deshalb, weil seine Ehefrau einen maßgeblichen Anteil am Gedeihen des Unternehmens hatte.

1945: Auch wenn während der letzten Kriegswochen viele Gebäude von Wesselhöfft & Rüting zerstört wurden, existiert die Firma weiter. Zusammengehalten von Willy Rüting packt das Team im Bereich der Sanitär- und Elektroinstallations- sowie der Bedachung beim Wiederaufbau Hamburgs mit an.

1.Januar 1956: Willy Rüting ist bis ins hohe Alter ein Unternehmer voller Schaffenskraft, geistig frisch und mit einem beeindruckenden Gedächtnis. Nach kurzer Krankheit verstirbt Willy Rüting im Alter von 78 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt sind im Unternehmen 4 Meister, 60 Gesellen und 18 Lehrlinge beschäftigt. Die Töchter Magda Dietel und Ingeborg Strothmann übernehmen die Geschäfte und leiten gemeinsam mit Rechtsanwalt Ruprecht Strothmann die Umwandlung in eine GmbH ein.

1.Oktober 1956: Die Gesellschafterversammlung beschließt die Gründung der GmbH. Ruprecht Strothmann ist der erste Geschäftsführer.

1.April 1991: Der Handwerksbetrieb Wesselhöfft & Rüting feiert das 100-jährige Bestehen. Zu den Gratulanten zählen Geschäftspartner wie die Hansa Baugenossenschaft eG, der Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG, die Elektrogemeinschaft Hamburg, die Bürgerbau Wohnungsgesellschaft mbH oder das Autohaus Opel Bleck.

1996: Wesselhöfft & Rüting zieht vom Winterhuder Weg 144 in Hamburg in die Sportallee in Hamburg. Grund sind die zu erwartenden hohen Kosten für eine Sanierung des Firmensitzes im Winderhuder Weg 144.

2005: Das Unternehmen gibt aufgrund der zu hohen Mietkosten auch den Betriebssitz in der Sportallee auf und zieht in die Rauchstraße 97 in Hamburg.

2003: Der traditionelle Hamburger Handwerksbetrieb geht in die Insolvenz. Doch Meister Franz Kraus, der seine Tätigkeit bei Wesselhöfft & Rüting mit der Ausbildung als Gas- und Wasserinstallateur im Jahre 1964 begann und im Jahre 1976 erfolgreich seine Meisterausbildung vor der Handwerkskammer Hamburg absolvierte, gibt nicht auf. Er macht mit 7 Gesellen und einer Verwaltungsmitarbeiterin weiter und bewahrt Wesselhöfft & Rüting vor dem Untergang. Durch das Engagement von Franz Kraus und die hervorragende qualitative und zuverlässige Arbeit des gesamten Teams konnte er wieder viele zufriedene Geschäftspartner und Privatkunden gewinnen. Heute zählen zur Kundschaft nicht nur Privatpersonen, sondern auch zahlreiche Dienstleistungsunternehmen und Wohnungsbauunternehmen, wie die Hansa Baugenossenschaft Hamburg, die Meulke Immobilienverwaltung, die Petermann Verwaltung oder die Herz Verwaltung.

2011: Geselle Jörn Theinert wird mit dem Hintergrund, den Handwerksbetrieb nach dem Ausscheiden von Geschäftsführer Franz Kraus zu übernehmen, eingestellt.

2012: Jörn Theinert absolviert vor der Handwerkskammer Hamburg erfolgreich seine Meisterausbildung zum Installateur- und Heizungsbaumeister. Am 13. Juni 2012 erhält der frisch gebackene Meister von der Handelskammer Hamburg die Meisterurkunde und wird als Meister eingestellt.

2012: Wesselhöfft & Rüting entschließt sich, wieder jungen Menschen eine Chance zu geben und stellt am 1. August 2012 einen Auszubildenden zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung, Klima und Lüftung ein.

31.Dezember 2013: Franz Kraus geht in den wohlverdienten Ruhestand und übergibt die komplette Geschäftsführung zum 01.01.2014 an Jörn Theinert.

31.Januar 2014: Jörn Theinert führt als Meister mit sechs Gesellen, einer Verwaltungskraft, einem Auszubildenden und 6 Fahrzeugen den zertifizierten Meisterbetrieb Wesselhöfft & Rüting – Sanitärinstallation und Bedachung. Er versichert, den über 120-jährigen Hamburger Handwerksbetrieb nach dem Vorbild seiner Gründer weiterzuführen und den Kunden im Haustechnik- und Bedachungsbereich, egal ob Beratung, Planung, Installation, Instandhaltung und Wartung, alles aus einer Hand anzubieten.

31.April 2016: Das Team der Wesselhöfft & Rüting GmbH begeht das 125-jährige Bestehen des Unternehmens. Zur Erinnerung an dieses Jubiläum wird für die Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter eine Medaille geprägt. Zu den zahlreichen Gratulanten gehören auch Geschäftsführer und Vertreter der Innung Sanitär – Heizung – Klempner Hamburg.

2017: Wesselhöfft & Rüting expandiert weiter und trägt fortan den Namen:

Wesselhöfft + Rüting GmbH

Sanitär-Heizung-Bedachung-Sanierung

2018: Die Firma Wesselhöfft & Rüting GmbH beschäftigt 30 Angestellte. Die Geschäftsführung entschließt sich im Jahr 2019 eine Zweitstelle in Lanken bei Schwarzenbek zu eröffnen.